Magnetitabscheider und Heizungswasser: Warum Magnetitabscheider Ihre Anlage schützen

Magnetitabscheider in der Heizung: Die Antwort in Kürze

Ein Magnetitabscheider schützt die Heizungsanlage, indem er magnetische Eisenoxidpartikel und je nach Bauart weitere Schmutz- und Schlammbestandteile aus dem zirkulierenden Heizungswasser entfernt. Dadurch gelangen weniger Partikel zu Hocheffizienzpumpen, Wärmetauschern, Regelventilen und anderen empfindlichen Komponenten.

Er übernimmt jedoch eine andere Aufgabe als die Heizungswasseraufbereitung.

Die Aufbereitung des Füll- und Ergänzungswassers beeinflusst unter anderem:

  • Den Salzgehalt beziehungsweise die elektrische Leitfähigkeit.
  • Den Gehalt an Härtebildnern.
  • Den pH-Wert und seine Entwicklung.
  • Das Risiko von Steinbildung und wasserseitiger Korrosion.
  • Die Qualität jeder späteren Nachspeisung.

Der Magnetit- oder Schlammabscheider beeinflusst dagegen vor allem:

  • Die Menge zirkulierender Feststoffe.
  • Die Belastung durch magnetische Korrosionsprodukte.
  • Die Ablagerung von Schlamm in strömungsarmen Anlagenbereichen.
  • Die Partikelbelastung empfindlicher Pumpen und Wärmetauscher.
  • Die Möglichkeit, abgeschiedene Stoffe während der Wartung kontrolliert auszutragen.

Heizwasseraufbereitung und Magnetitabscheidung sind daher keine konkurrierenden Verfahren. Sie sind zwei unterschiedliche Schutzebenen. In vielen modernen oder bereits belasteten Heizungsanlagen ist gerade die Kombination sinnvoll. ORBEN ordnet Magnetit- und Schlammabscheider deshalb als eigene Produktgruppe neben der mobilen und stationären Heizwasseraufbereitung, der Nachspeisung sowie der Mess- und Prüftechnik ein.

Was ist Magnetit im Heizungswasser?

Magnetit ist ein schwarzes, magnetisch reagierendes Eisenoxid. In Heizungsanlagen entsteht es als Produkt metallischer Korrosionsvorgänge. Es kann in sehr feiner Form im Heizungswasser zirkulieren, sich zu größeren Schlammablagerungen verbinden oder an Stellen mit starken Magnetfeldern konzentrieren.

Für die Praxis ist weniger die chemische Bezeichnung entscheidend als das Verhalten im Heizkreis:

  • Die Partikel können sehr klein sein.
  • Sie bleiben teilweise lange im Wasserstrom verteilt.
  • Sie sammeln sich in hydraulisch ungünstigen oder strömungsarmen Bereichen.
  • Sie reagieren auf Magnetfelder.
  • Sie können an permanentmagnetischen Pumpenbauteilen haften.
  • Sie treten häufig gemeinsam mit nicht magnetischen Korrosionsprodukten, Montagerückständen und sonstigen Feststoffen auf.

Ein Magnetitabscheider nutzt ein starkes Magnetfeld, um magnetische Partikel im Abscheider festzuhalten. Viele Geräte kombinieren diese Magnetwirkung mit einem Schlammabscheidebereich, einem Filtereinsatz oder einem strömungsberuhigten Sammelraum.

Nicht jeder Heizungsschlamm besteht ausschließlich aus Magnetit. Deshalb ist der weiter gefasste Begriff Schlammabscheider fachlich ebenfalls wichtig. Nicht magnetische Partikel, Dichtungsreste, Sand, Metallspäne, Ablagerungsfragmente oder andere Feststoffe können nur erfasst werden, wenn die Bauart des Abscheiders auch für diese Verunreinigungen ausgelegt ist.

Was ist der Unterschied zwischen Magnetitabscheider und Schlammabscheider?

Die Begriffe werden in der Praxis häufig gemeinsam verwendet, bezeichnen aber nicht immer exakt dieselbe Funktion.

Magnetitabscheider

Ein Magnetitabscheider besitzt einen Permanentmagneten oder eine andere magnetische Abscheideeinrichtung. Er ist speziell darauf ausgelegt, magnetisch reagierende Eisenoxide aus dem Heizungswasser zu entfernen.

Seine Stärke liegt besonders bei sehr feinen magnetischen Korrosionsprodukten, die von einem einfachen Schmutzsieb möglicherweise nicht zuverlässig zurückgehalten werden.

Schlammabscheider

Ein Schlammabscheider entfernt Feststoffe durch eine Kombination aus Strömungsberuhigung, Umlenkung, Schwerkraft, Filtereinsätzen oder speziellen Abscheideelementen. Er kann daher auch nicht magnetische Bestandteile erfassen.

Kombinierter Magnetit- und Schlammabscheider

Viele moderne Geräte vereinen beide Funktionen. Magnetische Bestandteile werden vom Magneten gebunden, während weitere Feststoffe im Sammelraum oder am Abscheideelement zurückgehalten werden.

Das ORBEN Lieferprogramm umfasst beispielsweise den magnetischen Multifunktions-Schlammabscheider ORBEN MGA. Das Gerät arbeitet mit einem Neodym-Magneten von 11.000 Gauss und ist für Anschlüsse in ¾ Zoll oder 1 Zoll erhältlich. Zusätzlich führt ORBEN über die Partnerschaft mit RBM weitere Luft-, Schlamm- und Magnetitabscheider für unterschiedliche hydraulische Anlagenbedingungen.

Filter und Abscheider sind ebenfalls nicht dasselbe

Ein mechanischer Filter zwingt das Heizungswasser durch eine definierte Filterfläche. Das ermöglicht eine gezielte Filterfeinheit, führt bei zunehmender Beladung aber auch zu einem wachsenden hydraulischen Widerstand. Ein Abscheider soll Partikel dagegen häufig mit möglichst geringem zusätzlichem Druckverlust aus dem vorbeiströmenden Wasser entfernen und in einem Sammelbereich festhalten.

Welche Technik sinnvoll ist, hängt deshalb ab von:

  • Partikelart und Partikelgröße.
  • Verschmutzungsgrad der Anlage.
  • Volumenstrom.
  • verfügbarem Differenzdruck.
  • Rohrdimension.
  • Anlageninhalt.
  • Wärmequelle.
  • Einbauort.
  • Wartungsmöglichkeiten.
  • gewünschter Reinigungswirkung.

Warum entstehen Magnetit und Schlamm trotz aufbereitetem Füllwasser?

Aufbereitetes Füllwasser ist ein wichtiger Bestandteil des Anlagenschutzes. Es ist jedoch kein Versprechen, dass sich während der gesamten Betriebszeit niemals Feststoffe bilden.

Dafür gibt es mehrere Gründe.

Aufbereitung entfernt keine vorhandenen Ablagerungen aus der Bestandsanlage

Wird eine ältere Heizungsanlage mit aufbereitetem Wasser neu befüllt, können sich in Rohrleitungen, Heizkörpern, Pufferspeichern, Verteilern und Wärmetauschern weiterhin alte Korrosionsprodukte befinden.

Durch neue Strömungsverhältnisse, den Austausch einer Umwälzpumpe oder Arbeiten an der Anlage können sich diese Ablagerungen lösen. Sie zirkulieren anschließend wieder im Heizungswasser.

Eine Entsalzungspatrone behandelt das durchströmende Wasser chemisch. Sie ersetzt keine Anlagenreinigung und keinen Feststofffilter.

Sauerstoff kann während des Betriebs erneut in die Anlage gelangen

Wasserseitige Korrosion ist eng mit den Betriebsbedingungen der Heizungsanlage verbunden. Sauerstoff kann unter anderem durch wiederholte Nachspeisung, Undichtigkeiten, ungünstige Druckhaltung, Wartungsarbeiten oder nicht ausreichend sauerstoffdichte Bauteile eingetragen werden.

Aufbereitetes Füllwasser löst deshalb nicht automatisch Probleme wie:

  • Eine dauerhaft zu geringe Anlagendruckhaltung.
  • Regelmäßigen Wasserverlust.
  • Häufige automatische Nachspeisung.
  • Defekte Membran-Ausdehnungsgefäße.
  • Undichte Entlüfter oder Verschraubungen.
  • Ungeeignete Kunststoffrohre.
  • Übermäßige Entleerungs- und Befüllvorgänge.

Treten weiterhin größere Mengen an Korrosionsprodukten auf, muss neben der Abscheidung immer nach der Ursache gesucht werden.

Ergänzungswasser verändert die Wasserqualität

Jede Nachspeisung bringt neues Wasser und potenziell auch neue Härtebildner, Salze sowie gelösten Sauerstoff in die Anlage. Wird unbehandeltes Trinkwasser nachgespeist, kann sich die ursprünglich eingestellte Heizwasserqualität schrittweise verändern.

Deshalb muss nicht nur das Füllwasser bei der Inbetriebnahme, sondern auch das spätere Ergänzungswasser fachgerecht betrachtet werden.

ORBEN bietet dafür SERASTIL-Nachspeiseeinheiten an, die auf die Aufbereitung von Ergänzungswasser ausgerichtet sind. Varianten mit integrierter Füllkombination verbinden die Wasseraufbereitung mit Systemtrennung, Druckminderung und Mengenerfassung.

Der pH-Wert kann sich im Betrieb entwickeln

Der pH-Wert direkt nach der Befüllung ist nicht zwangsläufig mit dem späteren Betriebswert identisch. Er kann sich nach Umwälzung, Erwärmung, Entgasung und Kontakt mit den Anlagenwerkstoffen verändern. Ein ungeeigneter pH-Wert kann die Korrosionswahrscheinlichkeit bestimmter Werkstoffe erhöhen. Dabei muss besonders beachtet werden, ob Aluminium oder Aluminiumlegierungen in Wärmeerzeugern und Wärmetauschern verbaut sind. Ein Magnetitabscheider korrigiert keinen ungeeigneten pH-Wert. Er kann lediglich einen Teil der bereits entstandenen Korrosionsprodukte entfernen.

Niedrige Leitfähigkeit allein beseitigt keine Partikel

Eine salzarme Fahrweise kann die Korrosionswahrscheinlichkeit unter geeigneten Betriebsbedingungen reduzieren. Eine niedrige Leitfähigkeit sagt jedoch nichts darüber aus, wie viele bereits vorhandene Feststoffe im Heizungswasser zirkulieren.

Eine Wasserprobe kann deshalb eine niedrige Leitfähigkeit aufweisen und gleichzeitig sichtbar schwarz, trüb oder partikelbelastet sein.

Umgekehrt kann ein sauber wirkendes Heizungswasser eine ungünstige Leitfähigkeit, Resthärte oder einen ungeeigneten pH-Wert besitzen.

Chemische Messwerte und Partikelbelastung müssen getrennt beurteilt und anschließend gemeinsam bewertet werden.

Welche Bauteile sind durch Magnetit besonders gefährdet?

Moderne Heizungsanlagen enthalten zahlreiche kompakte Bauteile mit kleinen Strömungsquerschnitten, starken Magneten und präzisen Regelkomponenten. Genau dort können magnetische oder nicht magnetische Verunreinigungen besonders problematisch werden.

Hocheffizienzpumpen

Hocheffizienzpumpen arbeiten häufig mit permanentmagnetischen Komponenten. Magnetische Eisenoxidpartikel können sich in deren Umfeld sammeln.

Mögliche Folgen sind:

  • Erhöhte mechanische Belastung.
  • Störgeräusche.
  • Schwergängigkeit.
  • Blockieren des Rotors.
  • Beeinträchtigung der Drehzahlregelung.
  • Wiederkehrende Pumpenstörungen.

Ein Magnetitabscheider sollte deshalb so in das Schutzkonzept eingeordnet werden, dass die Partikelbelastung der Pumpe möglichst gering bleibt.

Wärmepumpen

Bei Wärmepumpen sind geringe Temperaturdifferenzen, definierte Volumenströme und saubere Wärmeübertrager besonders wichtig. Ablagerungen oder verengte Querschnitte können die hydraulischen Betriebsbedingungen verändern. Zusätzliche Risiken entstehen bei Wärmepumpen, die in ältere Heizkörper- oder Mischsysteme eingebunden werden. Der neue Wärmeerzeuger trifft dann auf ein Leitungsnetz, in dem sich über viele Betriebsjahre Korrosionsprodukte angesammelt haben können.

Das von ORBEN vertriebene RBM-Sortiment umfasst spezielle Magnetit- und Schlammabscheider für Wärmepumpen und Holzheizungen. Bei der MP-Serie stehen ein niedriger Druckverlust, ein größerer Auffangbereich und die Anpassung an die hydraulischen Bedingungen dieser Anlagen im Vordergrund.

Plattenwärmetauscher und kompakte Wärmeerzeuger

Kompakte Wärmetauscher besitzen häufig enge Strömungskanäle. Feststoffe können sich dort anlagern oder zu örtlichen Strömungsbehinderungen führen.

Mögliche Folgen sind:

  • Ungleichmäßige Durchströmung.
  • Schlechtere Wärmeübertragung.
  • Lokale Temperaturerhöhungen.
  • Höherer Pumpenaufwand.
  • Störmeldungen durch unzureichenden Volumenstrom.
  • Zusätzlicher Reinigungs- und Wartungsaufwand.

Stellventile und Regelarmaturen

Schlamm und Partikel können sich an Ventilsitzen, beweglichen Teilen oder kleinen Regelöffnungen ablagern. Dadurch werden Ventile schwergängig oder schließen nicht mehr vollständig.

Besonders relevant ist dies bei:

  • Thermostatventilen.
  • Zonenventilen.
  • Strangregulierventilen.
  • Differenzdruckreglern.
  • Regelgruppen.
  • Mischventilen.
  • Durchflussmessern.

Fußbodenheizungsverteiler

In Verteilern und einzelnen Heizkreisen können sich Partikel an Durchflussanzeigen, Ventileinsätzen oder strömungsarmen Stellen ablagern. Eine ungleichmäßige Wärmeverteilung wird dann häufig zunächst als hydraulisches Problem wahrgenommen, obwohl eine Verschmutzung an der Störung beteiligt sein kann.

Magnetitabscheider oder Heizwasseraufbereitung: Warum die Anlage häufig beides braucht

Die Frage „Magnetitabscheider oder Wasseraufbereitung?“ stellt zwei Verfahren gegenüber, die unterschiedliche Ursachen und Folgen bearbeiten.

Die Heizwasseraufbereitung beeinflusst die Wasserchemie

Je nach Verfahren werden Härtebildner oder ein größerer Anteil der gelösten Salze aus dem Füllwasser entfernt. Bei einer Vollentsalzung mit Mischbettharz werden gelöste Ionen reduziert. Anschließend müssen Leitfähigkeit, pH-Wert, Härte und weitere relevante Parameter kontrolliert werden.

Die Wasseraufbereitung soll damit die Voraussetzungen für einen korrosions- und steinbildungsarmen Betrieb verbessern.

Der Magnetitabscheider beeinflusst die Feststoffbelastung

Der Abscheider entfernt magnetische Korrosionsprodukte sowie je nach Bauart weitere Schmutzbestandteile aus dem zirkulierenden Heizungswasser. Er bearbeitet damit nicht die gelösten Salze, sondern die bereits als Feststoff vorliegenden Verunreinigungen.

Ein wirksames Schutzkonzept besteht aus mehreren Ebenen

Für viele Anlagen ergibt sich folgende Prozesslogik:

  1. Anlage und Werkstoffe aufnehmen.
  2. Rohwasser und vorhandenes Heizungswasser beurteilen.
  3. Bestandsanlage bei Bedarf reinigen oder spülen.
  4. Füllwasser passend aufbereiten.
  5. Ergänzungswasser dauerhaft kontrollieren.
  6. Magnetische und nicht magnetische Partikel abscheiden.
  7. pH-Wert, Leitfähigkeit, Härte und gegebenenfalls Eisen kontrollieren.
  8. Befüllung, Nachspeisung und Wartung im Anlagenbuch dokumentieren.
  9. Ursachen wiederkehrender Verschmutzung beseitigen.

Der Magnetitabscheider ist damit eine Schutzkomponente innerhalb eines Gesamtkonzepts. Er darf weder als Ersatz für eine fachgerechte Befüllung noch als Lösung für unkontrollierten Sauerstoffeintrag dargestellt werden.

Wie ORBEN Heizwasseraufbereitung und Partikelentfernung kombiniert

Die ORBEN-Produktwelt unterscheidet zwischen dauerhaft eingebauten Abscheidern, mobilen Reinigungssystemen, mobilen oder stationären Aufbereitungssystemen und Lösungen für die Nachspeisung.

ORBEN MGA für die dauerhafte Magnetit- und Schlammabscheidung

Der ORBEN MGA ist als magnetischer Multifunktions-Schlammabscheider für den festen Einbau vorgesehen. Der Abscheider besitzt einen Neodym-Magneten mit 11.000 Gauss, einen Entleerhahn und ist in Ausführungen mit ¾-Zoll- oder 1-Zoll-Innengewinde erhältlich. Der angegebene Betriebsbereich liegt bei bis zu 4 bar und 0 bis 90 Grad Celsius.

Die Produktauswahl muss dennoch immer zur konkreten Anlage passen. Zu prüfen sind insbesondere:

  • Anschlussdimension.
  • Betriebsdruck.
  • Betriebstemperatur.
  • Volumenstrom.
  • Druckverlust.
  • Einbaulage.
  • Platz für Wartung und Entleerung.
  • Herstellerfreigaben.
  • Zugänglichkeit des Magneten.

RBM-Abscheider für unterschiedliche Anlagenanforderungen

Über die Partnerschaft mit RBM umfasst das ORBEN-Sortiment weitere Magnetit-, Schlamm- und Luftabscheider. Dazu gehören auch Lösungen für Wärmepumpen und Holzheizungen sowie kombinierte Geräte zur Schlamm- und Luftabscheidung.

Die MP-Modelle sind unter anderem mit einem herausnehmbaren Neodym-Magneten, einem Filtereinsatz, einem Ablass-Kugelhahn und je nach Ausführung drehbaren Anschlussmöglichkeiten ausgestattet. Die Auswahl zwischen MP1, MP2 und MP2 Big richtet sich unter anderem nach dem verfügbaren Platz, dem gewünschten Auffangvolumen und den hydraulischen Bedingungen.

THERMOSTIL MOBIL für Aufbereitung und Filtration

THERMOSTIL MOBIL kombiniert in einem mobilen System mehrere Arbeitsschritte:

  • Magnetfiltration.
  • Feinfiltration.
  • Umwälzung.
  • Wasserzähler.
  • Probenahme.
  • Leitfähigkeitskontrolle.
  • Aufbereitung über eine THERMION-Patrone.

Dadurch kann ein SHK-Fachbetrieb bei Neu- und Bestandsanlagen nicht nur die Wasserqualität beeinflussen, sondern zugleich zirkulierende Partikel erfassen. ORBEN beschreibt THERMOSTIL MOBIL als Komplettsystem für die Aufbereitung im Bypassverfahren nach VDI 2035 und DIN EN 14336. Die Magnetit- und Feinfiltration ist bis 1 Mikrometer ausgelegt.

Wichtig ist die fachliche Abgrenzung: Die Magnetfiltration eines mobilen Systems wirkt während seines Einsatzes. Ein dauerhaft eingebauter Magnetitabscheider kann dagegen auch nach Abschluss der Befüllung oder Bypassaufbereitung weiterhin Partikel aus dem laufenden Betrieb abscheiden.

Je nach Anlage kann deshalb beides sinnvoll sein:

  • Mobile Reinigung und Aufbereitung während der Inbetriebnahme.
  • Dauerhafter Magnetit- und Schlammabscheider für den späteren Betrieb.

THERMOSTIL ULTRAFLEX für belastete Bestandsanlagen

THERMOSTIL ULTRAFLEX ist auf die mobile Reinigung von Heizkreisläufen ausgerichtet. Das System entfernt Magnetit, Schwebstoffe und weitere Feststoffe mit einer kombinierten Magnet- und Feinfiltration.

Nach der Reinigung kann eine THERMION-Entsalzungspatrone in den Bypass eingebunden werden. Dadurch lassen sich Partikelentfernung und anschließende Entsalzung nacheinander durchführen.

Das System ist besonders relevant, wenn:

  • Eine Bestandsanlage deutlich verschlammt ist.
  • Vor einem Wärmeerzeugertausch gereinigt werden soll.
  • Eine Wärmepumpe an ein bestehendes Rohrnetz angeschlossen wird.
  • Wiederkehrende Pumpen- oder Ventilstörungen auftreten.
  • Das Heizungswasser sichtbar schwarz oder trüb ist.
  • Neben Magnetit auch nicht magnetische Feststoffe erwartet werden.

ORBEN gibt für THERMOSTIL ULTRAFLEX eine Magnet- und Feinfiltration bis 1 Mikrometer sowie eine maximale Filtrationsleistung von 3.600 Litern pro Stunde an.

THERMOSTIL FIX für die stationäre Bypassaufbereitung

Bei größeren Heizungsanlagen kann eine stationäre Bypassaufbereitung sinnvoll sein. THERMOSTIL FIX verbindet eine Aufbereitungspatrone mit Fein- und Magnetfiltration, Umwälzpumpe, Wasserzähler, Probenahme und Leitfähigkeitsüberwachung.

Das System ist nicht mit einem klassischen Rohrleitungs-Magnetitabscheider gleichzusetzen. Es bietet jedoch eine stationäre Möglichkeit, Heizungswasser im Bypass zu behandeln und die Wasserqualität regelmäßig oder bedarfsgerecht zu beeinflussen.

SERASTIL für kontrolliertes Ergänzungswasser

Ein Magnetitabscheider kann die Folgen einer ungeeigneten Nachspeisung nicht verhindern. Deshalb muss auch das Ergänzungswasser in das Schutzkonzept einbezogen werden.

SERASTIL-Nachspeiseeinheiten bereiten Ergänzungswasser je nach Ausführung für unterschiedliche Anlagengrößen auf. Je nach Variante verfügen sie unter anderem über:

  • Entsalzungskartusche.
  • Wasserzähler.
  • Erschöpfungsanzeige.
  • Systemtrenner BA.
  • Druckminderer.
  • Manometer.
  • Absperreinrichtungen.

Die Nachspeisemenge sollte dokumentiert werden. Steigt sie ohne nachvollziehbaren Grund deutlich an, ist dies nicht nur eine Frage der Wasseraufbereitung. Es kann auf Undichtigkeiten, Druckhaltungsprobleme oder andere Betriebsstörungen hinweisen.

ORBEN Messbox und ergänzende Prüftechnik

Die ORBEN Messbox ist für die Messung und Dokumentation von Leitfähigkeit, pH-Wert, Gesamthärte und Temperatur ausgestattet. Die Messbox Pro unterstützt zusätzlich eine menügeführte Messung und die Erstellung digitaler Protokolle.

Ergänzend stehen unter anderem Tests für Eisen und Chlorid zur Verfügung. Der ORBEN CHECKER Eisen erfasst den Eisengehalt im Bereich von 0 bis 10 Milligramm pro Liter anhand definierter Vergleichsstufen. Das Ergebnis kann bei der Zustandsbewertung helfen, ersetzt jedoch weder eine vollständige Heizwasseranalyse noch die Beurteilung der tatsächlich zirkulierenden Feststoffe.

Welche Rolle spielen VDI 2035, DIN EN 14336 und DIN EN 1717?

Die drei Regelwerke betreffen unterschiedliche Teile des Gesamtprozesses.

VDI 2035: Wasserqualität und Schadensvermeidung

Die VDI 2035 ist der zentrale technische Rahmen für die Vermeidung von Steinbildung und wasserseitiger Korrosion in Warmwasser-Heizungsanlagen.

Für den Fachbetrieb bedeutet das insbesondere:

  • Füll- und Ergänzungswasser müssen zur Anlage passen.
  • Anlagenvolumen und Nachspeisemengen sind relevant.
  • Werkstoffe und Herstelleranforderungen müssen berücksichtigt werden.
  • Leitfähigkeit, Härte und pH-Wert dürfen nicht isoliert bewertet werden.
  • Befüllung, Messwerte und Wartung müssen nachvollziehbar dokumentiert werden.
  • Wiederkehrende Wasserverluste dürfen nicht durch bloßes Nachfüllen verdeckt werden.

Ein Magnetitabscheider ist keine „VDI-2035-Aufbereitung“. Er ist eine technische Komponente des Anlagenschutzes. Seine Aufgabe ist die Partikelabscheidung, nicht die Einstellung der Wasserchemie.

DIN EN 14336: Installation und Inbetriebnahme

Die DIN EN 14336 bildet einen Rahmen für die Installation, Prüfung und Inbetriebnahme wassergeführter Heizungsanlagen.

Für den hier behandelten Kontext ist besonders wichtig, dass Anlagen nicht lediglich befüllt und eingeschaltet werden. Reinigung, Spülung, Prüfung, hydraulische Funktion und Dokumentation sind Bestandteile eines strukturierten Inbetriebnahmeprozesses.

Ein Magnetitabscheider kann eine unzureichend gereinigte Anlage nicht vollständig kompensieren.

DIN EN 1717: Schutz der Trinkwasserinstallation

Die DIN EN 1717 betrifft den Schutz des Trinkwassers vor Verunreinigungen durch Rückfließen.

Sie ist besonders relevant, wenn die Trinkwasserinstallation mit der Heizungsanlage verbunden wird, beispielsweise bei einer fest installierten Nachspeiseeinheit.

Für den Magnetitabscheider im geschlossenen Heizkreis ist die DIN EN 1717 nicht das primäre Regelwerk. Sie betrifft vielmehr die sichere Verbindung zwischen Trinkwasser- und Heizungsinstallation.

Diese Unterscheidung verhindert eine häufige fachliche Vermischung:

  • VDI 2035: Qualität von Füll-, Ergänzungs- und Heizungswasser.
  • DIN EN 14336: Installation und Inbetriebnahme.
  • DIN EN 1717: Schutz der Trinkwasserinstallation.
  • Magnetitabscheider: Entfernung von Partikeln aus dem Heizkreis.

Wie werden Partikelabscheidung, Entsalzung, pH-Wert und Leitfähigkeit gemeinsam betrachtet?

Eine fachgerechte Bewertung beginnt nicht mit einem einzelnen Messwert und auch nicht mit der Auswahl eines Produktes. Sie beginnt mit der Anlage.

Schritt 1: Anlagenkontext erfassen

Dokumentiert werden sollten:

  • Art und Leistung des Wärmeerzeugers.
  • Anlageninhalt.
  • Rohrwerkstoffe.
  • Heizflächen.
  • Pufferspeicher.
  • Wärmetauscher.
  • Pumpen.
  • Regelarmaturen.
  • vorhandene Abscheider und Filter.
  • Zustand der Druckhaltung.
  • bisherige Störungen.
  • bekannte Nachspeisemengen.
  • bereits eingesetzte Wasserbehandlung oder Zusatzstoffe.

Schritt 2: Bestandswasser prüfen

Die Prüfung sollte mindestens umfassen:

  • Sichtkontrolle.
  • Farbe und Trübung.
  • Leitfähigkeit.
  • pH-Wert.
  • Gesamthärte.
  • Temperatur der Probe.
  • Nachspeisemenge und Anlagenhistorie.

Bei einem begründeten Verdacht können zusätzlich Eisen, Chlorid oder weitere Parameter geprüft werden.

Eine schwarze Probe ist ein deutliches Signal für eine Partikelbelastung, aber noch keine vollständige Ursachenanalyse. Umgekehrt bedeutet klares Wasser nicht automatisch, dass pH-Wert und Leitfähigkeit passend sind.

Schritt 3: Ursache und Folge unterscheiden

Magnetit und Schlamm sind häufig Folgen eines Anlagenzustands. Der Fachbetrieb sollte deshalb klären:

  • Gibt es einen erkennbaren Wasserverlust?
  • Ist die Druckhaltung funktionsfähig?
  • Wird regelmäßig automatisch nachgespeist?
  • Gibt es sauerstoffdurchlässige Bauteile?
  • Wurde die Anlage vor der Inbetriebnahme ausreichend gespült?
  • Wurden bei einer Sanierung alte Leitungen und Heizflächen weiterverwendet?
  • Sind ungeeignete Reststoffe oder Reinigungsmittel vorhanden?
  • Passt der pH-Wert zu den verbauten Werkstoffen?
  • Entspricht die Leitfähigkeit der gewählten Betriebsweise?
  • Ist die Nachspeisung aufbereitet und dokumentiert?

Schritt 4: Reinigungsbedarf bestimmen

Bei stark belasteten Bestandsanlagen reicht der nachträgliche Einbau eines kleinen Magnetitabscheiders möglicherweise nicht aus, um große vorhandene Schlammmengen kurzfristig zu entfernen.

Dann kann ein strukturierter Reinigungsprozess erforderlich sein:

  1. Anlage hydraulisch vorbereiten.
  2. Grobe Verunreinigungen ausspülen.
  3. Heizungswasser über ein mobiles Filtergerät umwälzen.
  4. Magnetische und nicht magnetische Partikel entfernen.
  5. Filterbeladung kontrollieren.
  6. Reinigung fortsetzen, bis sich die Belastung deutlich reduziert.
  7. Anschließend Wasserqualität einstellen.
  8. Dauerhaften Abscheider installieren oder warten.
  9. Messwerte dokumentieren.

Schritt 5: Füllwasser aufbereiten

Das gewählte Verfahren muss zur Anlage, zur Rohwasserqualität und zu den Herstelleranforderungen passen.

Bei einer Vollentsalzung werden Härtebildner und weitere gelöste Ionen reduziert. ORBEN THERMION 2035 pH conform ist für die Heizungswasseraufbereitung mit pH-Regulierung ausgelegt und wird in THERMOSTIL-Systemen sowie geeigneten Aufbereitungspatronen eingesetzt.

ORBEN beschreibt die Systeme für eine salzarme Heizwasserqualität mit einer Leitfähigkeit unter 100 Mikrosiemens pro Zentimeter. Dieser Wert darf nicht losgelöst von Werkstoffen, pH-Wert, Anlagenzustand und Herstellerangaben als universeller Einzelgrenzwert verstanden werden.

Schritt 6: Magnetit- und Schlammabscheidung auslegen

Bei der Auswahl sind mindestens zu prüfen:

  • Rohranschluss.
  • Nennweite.
  • Volumenstrom.
  • Kv-Wert.
  • zulässiger Betriebsdruck.
  • zulässige Temperatur.
  • Filter- oder Abscheideprinzip.
  • Magnetstärke.
  • Auffangvolumen.
  • Einbaulage.
  • Strömungsrichtung.
  • Wartungszugang.
  • Entleerungsmöglichkeit.
  • Isolierung.
  • Platz für das Entfernen des Magneten.

Ein Abscheider sollte nicht allein nach dem Gewindeanschluss gewählt werden. Ein hydraulisch ungünstiges Gerät kann den verfügbaren Volumenstrom beeinträchtigen.

Schritt 7: Nach der Inbetriebnahme kontrollieren

Nach Befüllung und Umwälzung sollten die Messwerte erneut geprüft werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich besonders der pH-Wert nach der ersten Betriebsphase entwickeln kann.

Zusätzlich wird kontrolliert:

  • Wie stark ist der Magnetitabscheider beladen?
  • Bleibt der Volumenstrom stabil?
  • Gibt es ungewöhnliche Geräusche?
  • Arbeiten Pumpen und Ventile störungsfrei?
  • Steigt die Nachspeisemenge?
  • Verändert sich die Leitfähigkeit?
  • Bleibt der pH-Wert im geeigneten Bereich?

Schritt 8: Anlagenbuch fortführen

Im Anlagenbuch sollten nachvollziehbar festgehalten werden:

  • Datum der Befüllung.
  • Art der Wasseraufbereitung.
  • Füllwassermenge.
  • Leitfähigkeit.
  • pH-Wert.
  • Gesamthärte.
  • Temperatur der Messung.
  • Ergänzungswassermengen.
  • Wartung des Magnetitabscheiders.
  • Menge und Beschaffenheit der ausgetragenen Ablagerungen.
  • Filterwechsel.
  • festgestellte Störungen.
  • durchgeführte Korrekturmaßnahmen.

Die ORBEN Messbox, das ORBEN Doku-Set sowie die digitale Messbox Pro unterstützen diese Dokumentationslogik.

Schritt-für-Schritt prüfen: Ist ein Magnetitabscheider sinnvoll?

Die folgende Prüfung kann als praktische Entscheidungshilfe genutzt werden.

1. Gibt es magnetisierbare Werkstoffe in der Anlage?

Enthält die Anlage Bauteile aus unlegiertem Stahl oder andere eisenhaltige Werkstoffe, können magnetische Korrosionsprodukte entstehen.

Das betrifft beispielsweise:

  • Stahlrohrleitungen.
  • Stahlheizkörper.
  • Pufferspeicher.
  • Verteiler.
  • ältere Kesselkomponenten.
  • Bestandsbauteile in Mischinstallationen.

2. Sind empfindliche Komponenten vorhanden?

Besonders relevant ist ein Magnetitabscheider bei:

  • Wärmepumpen.
  • Hocheffizienzpumpen.
  • Plattenwärmetauschern.
  • kompakten Brennwertgeräten.
  • Brennstoffzellen-Heizgeräten.
  • kleinen Ventilquerschnitten.
  • Durchflussmessern.
  • elektronisch geregelten Pumpengruppen.

3. Wird ein neuer Wärmeerzeuger an eine Bestandsanlage angeschlossen?

Beim Austausch eines Kessels oder beim Einbau einer Wärmepumpe bleibt das vorhandene Rohrnetz häufig bestehen. Darin können bereits größere Mengen an Ablagerungen vorhanden sein.

In diesem Fall sollte nicht nur ein Magnetitabscheider vorgesehen werden. Auch Reinigung, Spülung, Wasseranalyse und anschließende Aufbereitung sind zu prüfen.

4. Ist das Heizungswasser schwarz, trüb oder partikelhaltig?

Sichtbare Verfärbungen und absetzbare Partikel sprechen für eine nähere Untersuchung. Bei starker Belastung kann zunächst eine mobile Filtration erforderlich sein. Ein kleiner Dauerabscheider ist dann eher Bestandteil des anschließenden Schutzkonzepts als alleinige Reinigungsmaßnahme.

5. Gab es bereits Pumpen-, Ventil- oder Wärmetauscherstörungen?

Wiederkehrende Störungen können auf eine Partikelbelastung hinweisen. Sie können jedoch auch hydraulische, elektrische oder regelungstechnische Ursachen haben. Deshalb gilt: Nicht nur das defekte Bauteil austauschen, sondern Wasser und Anlage prüfen.

6. Wird häufig Ergänzungswasser nachgespeist?

Eine hohe Nachspeisemenge erhöht den Eintrag von Sauerstoff und verändert die Wasserqualität. Gleichzeitig kann sie ein Hinweis auf eine Undichtigkeit oder eine gestörte Druckhaltung sein. Ein Magnetitabscheider behandelt die entstehenden Partikel, aber nicht den Wasserverlust.

7. Ist bereits eine Wasseraufbereitung vorhanden?

Auch bei vollständig aufbereitetem Füllwasser kann ein Abscheider sinnvoll sein, insbesondere bei Bestandsanlagen und Mischinstallationen. Umgekehrt macht ein vorhandener Magnetitabscheider die Aufbereitung des Füll- und Ergänzungswassers nicht überflüssig.

8. Kann das Gerät regelmäßig gewartet werden?

Ein Abscheider muss zugänglich eingebaut werden. Ist eine Entleerung oder Reinigung kaum möglich, wird die Wartung erfahrungsgemäß vernachlässigt. Ein technisch gutes Produkt ist nur dann wirksam, wenn es kontrolliert und gereinigt werden kann.

Wo wird ein Magnetitabscheider eingebaut?

Der optimale Einbauort hängt von der Anlagenhydraulik und den Herstellerangaben des Gerätes ab.

Häufig wird ein Magnetitabscheider im Rücklauf vor dem zu schützenden Wärmeerzeuger oder einer empfindlichen Pumpe vorgesehen. Dadurch können Partikel abgeschieden werden, bevor sie erneut in enge Wärmetauscherbereiche gelangen.

Eine pauschale Einbauregel reicht jedoch nicht aus. Zu beachten sind:

  • Vorgeschriebene Einbaulage.
  • Strömungsrichtung.
  • Position der Umwälzpumpe.
  • hydraulische Weiche.
  • Pufferspeicher.
  • mehrere Heizkreise.
  • Mischerkreise.
  • Wärmepumpen-Innen- und Außeneinheiten.
  • bivalente Wärmeerzeuger.
  • Mindestvolumenstrom.
  • Platz für Wartung.
  • zulässiger Druckverlust.

Bei komplexen Anlagen kann die Frage entstehen, ob ein zentraler Abscheider ausreicht oder einzelne sensible Kreise zusätzlich geschützt werden müssen. Diese Entscheidung gehört in die hydraulische Planung.

Wie wird ein Magnetitabscheider gewartet?

Die Wartung richtet sich nach Herstellerangaben, Anlagenzustand und tatsächlicher Beladung. Direkt nach einer Sanierung, Reinigung oder Erstinbetriebnahme kann die Partikelmenge zunächst höher sein. Deshalb sind anfangs kürzere Kontrollintervalle sinnvoll. Später können die Intervalle an die beobachtete Belastung angepasst werden.

Ein typischer Wartungsablauf umfasst abhängig vom Gerät:

  1. Betriebszustand und Temperatur prüfen.
  2. Erforderliche Absperrungen schließen.
  3. Anlage oder Bauteil druckseitig sichern.
  4. Magnet nach Herstelleranweisung entfernen oder lösen.
  5. Gesammelten Schlamm kontrolliert ablassen.
  6. Abscheideelement beziehungsweise Filtereinsatz reinigen.
  7. Dichtungen und Entleerung prüfen.
  8. Gerät wieder in Betriebsstellung bringen.
  9. Anlage entlüften und Druck kontrollieren.
  10. Wartung und Befund dokumentieren.

Die Beschaffenheit des ausgetragenen Schlamms liefert wichtige Hinweise:

  • Eine hohe Erstbeladung nach einer Bestandssanierung kann erwartbar sein.
  • Eine dauerhaft hohe Neubildung spricht für eine weiter bestehende Ursache.
  • Gröbere metallische Partikel können auf Montage- oder Verschleißprobleme hinweisen.
  • Nicht magnetische Ablagerungen zeigen, dass neben der Magnetwirkung auch die Schlammabscheidung relevant ist.

Typische Fehler bei Magnetitabscheidern und Heizungswasser

Wasseraufbereitung mit Partikelfiltration verwechseln

Vollentsalzung oder Enthärtung behandeln gelöste Wasserbestandteile. Vorhandener Schlamm wird dadurch nicht automatisch aus der Anlage entfernt.

Besser: Wasserchemie und Feststoffbelastung getrennt prüfen.

Nur einen Magnetitabscheider einbauen

Der Abscheider kann Korrosionsprodukte entfernen, aber keine falsche Leitfähigkeit, ungeeignete Härte, mangelhafte Druckhaltung oder unkontrollierte Nachspeisung korrigieren.

Besser: Ursache, Wasserqualität und Anlagentechnik gemeinsam bewerten.

Den Abscheider zu klein auswählen

Wird nur nach der Rohrgröße entschieden, können Volumenstrom und Druckverlust unberücksichtigt bleiben.

Besser: Hydraulische Daten, Kv-Wert und Herstellerangaben prüfen.

Eine stark verschlammte Anlage nicht vorher reinigen

Ein kleiner Dauerabscheider soll den laufenden Betrieb schützen. Er ist nicht immer dafür ausgelegt, jahrzehntealte Ablagerungsmengen kurzfristig zu entfernen.

Besser: Bei starker Belastung zunächst mobil reinigen und anschließend dauerhaft abscheiden.

Nachspeisemengen nicht dokumentieren

Wird regelmäßig Wasser nachgefüllt, bleibt eine zentrale Korrosionsursache möglicherweise unentdeckt.

Besser: Nachspeisemenge erfassen und auffällige Veränderungen untersuchen.

Den pH-Wert isoliert bewerten

Der pH-Wert muss zusammen mit Leitfähigkeit, Werkstoffen, Temperatur und Anlagenzustand betrachtet werden.

Besser: Messwerte gemeinsam dokumentieren und Herstelleranforderungen berücksichtigen.

Den Abscheider nicht warten

Ein gefüllter oder zugesetzter Abscheider kann seine Funktion verlieren oder den hydraulischen Widerstand erhöhen.

Besser: Wartungsintervalle im Anlagenbuch festhalten.

Einen sauberen Abscheider als Beweis für eine saubere Anlage ansehen

Ein geringer Austrag kann bedeuten, dass wenig Schmutz vorhanden ist. Er kann aber auch auf einen ungeeigneten Einbauort, einen zu geringen Teilstrom oder eine unpassende Bauart hinweisen.

Besser: Abscheiderfunktion, Wasserprobe und Anlagenbetrieb gemeinsam beurteilen.

Drei typische Praxisfälle aus dem SHK-Bereich

Wärmepumpe im sanierten Bestandsgebäude

Eine Wärmepumpe ersetzt einen älteren Wärmeerzeuger. Rohrleitungen und Heizkörper bleiben bestehen.

Die fachlich passende Vorgehensweise ist:

  • Bestandswasser prüfen.
  • Anlage spülen und bei Bedarf mobil filtrieren.
  • vorhandene Ablagerungen so weit wie möglich entfernen.
  • Füllwasser passend aufbereiten.
  • dauerhaften Magnetit- und Schlammabscheider vorsehen.
  • Volumenstrom und Druckverlust kontrollieren.
  • pH-Wert und Leitfähigkeit nach der Betriebsphase erneut messen.
  • Wartung und Nachspeisung dokumentieren.

Nur einen neuen Wärmeerzeuger anzuschließen und auf die Wasserqualität der Altanlage zu vertrauen, wäre in diesem Kontext riskant.

Neubau mit Hocheffizienzpumpe und Mischinstallation

Auch in einer neuen Anlage können Montagerückstände, Späne, Dichtmittelreste oder erste Korrosionsprodukte auftreten.

Sinnvoll sind:

  • Saubere Lagerung und Montage.
  • Spülung vor der endgültigen Inbetriebnahme.
  • Aufbereitung des Füllwassers.
  • Schutz empfindlicher Komponenten durch Magnetit- und Schlammabscheidung.
  • Messung und Dokumentation.
  • Kontrolle nach der ersten Betriebsphase.

Ein Magnetitabscheider ist hier keine Reaktion auf eine bereits beschädigte Anlage, sondern Teil eines vorbeugenden Schutzkonzepts.

Gewerbliche Bestandsanlage mit wiederkehrenden Pumpenstörungen

In einer größeren Gebäudeheizung treten schwarze Ablagerungen und wiederkehrende Pumpenprobleme auf.

Eine reine Pumpenerneuerung reicht nicht aus. Erforderlich sind:

  • Analyse der Wasserverluste.
  • Prüfung der Druckhaltung.
  • Bewertung von Leitfähigkeit, pH-Wert, Härte und Eisen.
  • mobile Magnet- und Feinfiltration.
  • Prüfung, ob eine Bypassaufbereitung erforderlich ist.
  • Einbau oder Optimierung dauerhafter Abscheider.
  • kontrollierte Nachspeisung.
  • regelmäßige Inspektion und Dokumentation.

Hier kann eine Kombination aus THERMOSTIL ULTRAFLEX, THERMOSTIL-Aufbereitung, ORBEN Messbox und dauerhaftem Abscheider sinnvoll sein.

Welche Lösung kombiniert Heizwasseraufbereitung mit Schutz vor Magnetit und Schlamm?

Für SHK-Fachbetriebe besteht die passende Lösung häufig aus mehreren abgestimmten Bausteinen:

  • THERMOSTIL MOBIL: Mobile Heizwasseraufbereitung mit Magnet- und Feinfiltration, Umwälzung, Probenahme und Leitfähigkeitskontrolle.
  • THERMOSTIL ULTRAFLEX: Mobile Reinigung belasteter Bestandsanlagen mit Magnet- und Feinfiltration.
  • THERMOSTIL FIX: Stationäre Bypassaufbereitung für größere Heizungsanlagen.
  • ORBEN MGA oder passende RBM-Abscheider: Dauerhafte Magnetit- und Schlammabscheidung im Heizkreis.
  • SERASTIL: Kontrollierte Aufbereitung und Mengenerfassung des Ergänzungswassers.
  • THERMION 2035 pH conform: Mischbettharz für Vollentsalzung und pH-orientierte Heizwasseraufbereitung.
  • ORBEN Messbox: Messung von Leitfähigkeit, pH-Wert, Härte und Temperatur.
  • ORBEN CHECKER Eisen und Chlorid: Ergänzende Prüfung bei konkretem Analysebedarf.
  • ORBEN Doku-Set und Anlagenbuch: Nachvollziehbare Dokumentation von Befüllung, Nachspeisung und Wartung.

Die Auswahl erfolgt nicht nach dem Prinzip „möglichst viele Produkte“, sondern nach Anlagenvolumen, Verschmutzungsgrad, Werkstoffen, Hydraulik, Wasserqualität und Wartungskonzept.

Häufig gestellte Fragen zu Magnetitabscheidern

Braucht jede Heizung einen Magnetitabscheider?

Nicht jede Anlage benötigt automatisch dasselbe Abscheiderkonzept. Besonders sinnvoll ist eine Prüfung bei eisenhaltigen Werkstoffen, Wärmepumpen, Hocheffizienzpumpen, Bestandsanlagen, Mischinstallationen, sichtbarer Verschlammung oder wiederkehrenden Bauteilstörungen.

Reicht ein Magnetitabscheider bei einer Wärmepumpe aus?

Nein. Er schützt vor magnetischen und je nach Bauart weiteren Feststoffen. Zusätzlich müssen Anlagenreinigung, Füllwasserqualität, pH-Wert, Leitfähigkeit, Hydraulik, Druckhaltung und Nachspeisung geprüft werden.

Entfernt ein Magnetitabscheider Rost?

Er entfernt magnetisch reagierende Eisenoxide und je nach Bauart weitere Rost- und Schlammpartikel. Nicht alle Korrosionsprodukte sind gleich stark magnetisch. Deshalb sind kombinierte Magnetit- und Schlammabscheider beziehungsweise zusätzliche Feinfilterung häufig sinnvoll.

Verhindert ein Magnetitabscheider Korrosion?

Er kann Korrosionsprodukte aus dem Wasser entfernen und dadurch empfindliche Bauteile schützen. Er verhindert jedoch nicht automatisch die zugrunde liegende Korrosion. Ursachen wie Sauerstoffeintrag, ungeeigneter pH-Wert, hohe Leitfähigkeit oder unkontrollierte Nachspeisung müssen separat behoben werden.

Kann aufbereitetes Heizungswasser schwarz werden?

Ja. In einer Bestandsanlage können sich alte Ablagerungen lösen. Außerdem können während des Betriebs neue Korrosionsprodukte entstehen, wenn die Betriebsbedingungen ungünstig sind. Aufbereitetes Füllwasser entfernt keine vorhandenen Feststoffe aus Rohrleitungen und Heizflächen.

Wie oft muss ein Magnetitabscheider gereinigt werden?

Das Intervall richtet sich nach Herstellerangaben und tatsächlicher Beladung. Nach Sanierungen oder in stark verschmutzten Anlagen sind zunächst kürzere Kontrollen sinnvoll. Die Ergebnisse sollten dokumentiert und zur Ursachenbewertung genutzt werden.

Wo sollte der Magnetitabscheider eingebaut werden?

Häufig wird er im Rücklauf vor empfindlichen Komponenten angeordnet. Der konkrete Einbauort hängt jedoch von Gerät, Hydraulik, Volumenstrom, Wärmeerzeuger und Herstellerangaben ab.

Was kostet ein Magnetitabscheider für die Heizung?

Die Kosten hängen nicht nur vom Gerätepreis ab. Entscheidend sind Anschlussgröße, hydraulische Leistung, Einbauaufwand, notwendige Absperrungen, Anlagenreinigung, Dämmung und spätere Wartung. Bei einer belasteten Bestandsanlage ist eine reine Produktpreisbetrachtung deshalb wenig aussagekräftig.

Magnetitabscheider als Teil eines dokumentierbaren Schutzkonzepts

Ein Magnetitabscheider schützt eine Heizungsanlage nicht allein durch seine Anwesenheit. Seine Wirkung entsteht im Zusammenspiel mit fachgerechter Planung, passender Dimensionierung, regelmäßiger Wartung und kontrollierter Heizwasserqualität.

Für SHK-Fachbetriebe bedeutet das:

  • Magnetit und Schlamm nicht nur als optisches Problem behandeln.
  • Empfindliche Komponenten gezielt schützen.
  • Bestandsanlagen vor einem Wärmeerzeugertausch bewerten.
  • Füll- und Ergänzungswasser passend aufbereiten.
  • Leitfähigkeit, pH-Wert, Härte und Temperatur dokumentieren.
  • Nachspeisemengen erfassen.
  • Wiederkehrende Verschmutzung als Hinweis auf eine Ursache verstehen.
  • Reinigung, Abscheidung und Wasseraufbereitung sauber voneinander unterscheiden.

Die fachlich richtige Frage lautet deshalb nicht: „Magnetitabscheider oder Heizungswasseraufbereitung?“

Sie lautet: Welche Kombination aus Reinigung, Wasseraufbereitung, Nachspeisung, Magnetitabscheidung, Messung und Dokumentation passt zu dieser konkreten Heizungsanlage?

ORBEN unterstützt beim Schutz vor Magnetit und Heizungswasserproblemen

Sie planen eine neue Heizungsanlage, rüsten eine Wärmepumpe im Bestand nach oder betreuen eine Anlage mit schwarzem Heizungswasser, Pumpenstörungen oder wiederkehrender Verschlammung?

ORBEN unterstützt SHK-Fachhandwerk, TGA-Fachplanung und Betreiber bei der Auswahl eines passenden Schutzkonzepts. Dazu gehören Magnetit- und Schlammabscheider, mobile und stationäre THERMOSTIL-Systeme, SERASTIL-Nachspeiseeinheiten, THERMION 2035 pH konform sowie Mess- und Prüftechnik für Leitfähigkeit, pH-Wert, Härte, Eisen und Dokumentation.

Lassen Sie prüfen, welche Kombination aus Magnetitabscheider, Heizwasseraufbereitung und Messkonzept zu Ihrer Anlage, dem Volumenstrom, den Werkstoffen und dem vorhandenen Anlagenzustand passt.

Vier weitere passende Bereiche auf der ORBEN-Website

  1. Heizwasseraufbereitung für die SHK-Branche: Produkt- und Serviceübersicht für Befüllung, Bypassaufbereitung, Nachspeisung und Anlagenschutz.
  2. THERMOSTIL MOBIL und THERMOSTIL FIX: Mobile und stationäre Systeme für Heizwasseraufbereitung, Magnetfiltration, Feinfiltration und Leitfähigkeitskontrolle.
  3. SERASTIL-Nachspeiseeinheiten: Aufbereitung und Dokumentation von Ergänzungswasser mit verschiedenen Kartuschen- und Systemtrennerlösungen.
  4. ORBEN Mess- und Prüftechnik: Messboxen und Prüfmittel für Leitfähigkeit, pH-Wert, Härte, Eisen, Chlorid, Temperatur und Anlagendokumentation.