Eine geeignete Nachspeiseeinheit für Heizungsanlagen muss mehr leisten, als lediglich Wasser in den Heizkreis zu führen. Sie soll das Ergänzungswasser in der vorgesehenen Qualität bereitstellen, die Verbindung zur Trinkwasserinstallation absichern, die nachgespeiste Menge erfassbar machen und einen kontrollierbaren Wartungsprozess ermöglichen.
Für diese Aufgabe bietet ORBEN die SERASTIL-Nachspeiseeinheiten an. Je nach Baureihe und Ausführung kombinieren sie eine Entsalzungskartusche, einen Wasserzähler, Absperrmöglichkeiten und bei den ready-Ausführungen eine Füllkombination mit Systemtrenner Typ BA, Druckminderer, Manometern und Abwasseranschluss.
Die zentrale Entscheidung lautet daher nicht nur: „Welche Kartusche passt?“ Vielmehr müssen SHK-Betriebe mehrere Fragen gemeinsam beantworten:
Eine SERASTIL-Nachspeiseeinheit unterstützt die fachgerechte Nachspeisung, ersetzt aber nicht die anlagenbezogene Planung. Erst die Kombination aus passender Ausführung, korrektem Einbau, geeigneter Wasseraufbereitung, Messung und Dokumentation ergibt einen belastbaren Nachspeiseprozess.
Eine Nachspeiseeinheit ist eine fest oder dauerhaft vorgesehene Baugruppe, mit der fehlendes Wasser in einer geschlossenen Heizungsanlage ergänzt wird. Dabei wird das aus der Trinkwasserinstallation kommende Wasser vor dem Eintritt in den Heizkreis kontrolliert geführt und je nach System aufbereitet.
Der Fachbegriff für dieses später zugeführte Wasser lautet Ergänzungswasser. Es ist vom Füllwasser zu unterscheiden.
Füllwasser ist das gesamte Wasser, mit dem eine Heizungsanlage bei der Inbetriebnahme oder nach einer weitgehenden Entleerung gefüllt wird. Ergänzungswasser ist die Wassermenge, die während des späteren Betriebs nachgefüllt wird, beispielsweise nach Wartungsarbeiten, Entlüftung, Reparaturen oder Wasserverlusten.
Diese Unterscheidung ist fachlich wichtig. Die Wasserqualität darf nicht nur bei der Erstbefüllung stimmen. Auch das später eingebrachte Ergänzungswasser beeinflusst die Gesamthärte, Leitfähigkeit, Salzkonzentration und chemische Entwicklung des Heizungswassers.
Eine Nachspeiseeinheit kann dabei mehrere Funktionen verbinden:
Eine reine Rohrverbindung oder ein dauerhaft angeschlossener Schlauch erfüllt diese Aufgaben nicht. Er stellt weder eine belastbare Aufbereitung noch eine ausreichende Dokumentation oder automatisch eine geeignete Sicherung der Trinkwasserinstallation sicher.
Bei der Erstbefüllung wird häufig erheblicher Aufwand betrieben: Das Rohwasser wird bewertet, die Anlage gespült, das Füllwasser aufbereitet und die Inbetriebnahme dokumentiert. Spätere Nachspeisungen erhalten in der Praxis jedoch nicht immer dieselbe Aufmerksamkeit.
Genau darin liegt ein Risiko. Jeder Liter unbehandeltes Ergänzungswasser kann neue Härtebildner, gelöste Salze und Sauerstoff in das System eintragen. Wie stark sich dieser Eintrag auf die Heizwasserqualität auswirkt, hängt unter anderem von der Rohwasserqualität, dem Anlagenvolumen, der Werkstoffkombination und der gesamten Nachspeisemenge ab.
Bei einer einzelnen kleinen Nachspeisung kann die Veränderung gering erscheinen. Wiederholt sich der Vorgang jedoch, summieren sich die Einträge. Aus mehreren scheinbar unbedeutenden Nachfüllvorgängen kann über die Betriebszeit eine relevante Wassermenge entstehen.
Mögliche Folgen sind:
Die Qualität einer Heizungsanlage wird deshalb nicht allein bei der Erstbefüllung entschieden. Sie hängt ebenso davon ab, wie spätere Wartungen, Wasserverluste und Nachspeisungen behandelt werden.
Die VDI 2035 behandelt die Vermeidung von Schäden in Warmwasser-Heizungsanlagen. Im Mittelpunkt stehen insbesondere die Begrenzung von Steinbildung und die Verringerung der Wahrscheinlichkeit wasserseitiger Korrosion. Für den SHK-Alltag bedeutet das: Füll- und Ergänzungswasser dürfen nicht isoliert voneinander betrachtet werden. Beide Wasserarten wirken auf die spätere Beschaffenheit des Heizungswassers.
Relevante Bewertungsgrößen sind insbesondere:
Welche Wasserbehandlung im konkreten Objekt erforderlich ist, lässt sich deshalb nicht allein aus der Produktbezeichnung der Heizungsanlage ableiten. Entscheidend sind die anlagenbezogenen Bedingungen und die Vorgaben der beteiligten Hersteller.
Eine Nachspeiseeinheit ist ein Werkzeug zur Umsetzung des geplanten Wasserkonzeptes. Sie macht eine Heizungsanlage nicht allein durch ihre Montage automatisch VDI-2035-konform. Die Wasserqualität muss geplant, hergestellt, geprüft und dokumentiert werden.
Für SHK-Betriebe bietet die feste Nachspeiseeinheit dennoch einen wesentlichen Vorteil: Der bei der Inbetriebnahme festgelegte Weg für das Ergänzungswasser bleibt auch während des späteren Betriebs erhalten. Dadurch sinkt das Risiko, dass bei einer Wartung spontan unbehandeltes Trinkwasser über einen Schlauch nachgefüllt wird.
Die Begriffe Nachspeiseeinheit, Entsalzungskartusche und Systemtrenner Heizung werden häufig in einem Atemzug genannt. Sie erfüllen jedoch unterschiedliche Aufgaben.
Das Ionenaustauscherharz in der Kartusche reduziert die im Zulaufwasser enthaltenen gelösten Ionen. Dadurch wird die Leitfähigkeit abgesenkt und der Eintrag von Härtebildnern sowie weiteren Salzen begrenzt.
Die Kartusche dient damit der Wasseraufbereitung für den Heizkreis.
Der Systemtrenner soll verhindern, dass Wasser aus der Heizungsanlage durch Rückdrücken, Rücksaugen oder Rückfließen in die Trinkwasserinstallation gelangt.
Heizungswasser ist nach dem Eintritt in die Anlage kein Trinkwasser mehr. Es kann Korrosionsprodukte, Schmutz, gelöste Stoffe, Behandlungsmittel oder mikrobiologische Belastungen enthalten. Eine ungesicherte Verbindung zwischen Heizungsanlage und Trinkwasserinstallation ist deshalb zu vermeiden.
Eine Entsalzungskartusche ist kein Systemtrenner. Ein Systemtrenner bereitet das Ergänzungswasser nicht auf.
Für einen fachgerechten Festanschluss müssen Trinkwasserschutz und Heizwasseraufbereitung deshalb gemeinsam geplant werden. Je nach Ausführung kann die SERASTIL-Einheit beide Funktionsbereiche innerhalb eines abgestimmten Systems verbinden. Bei den SERASTIL-ready-Ausführungen ist eine Füllkombination mit Systemtrenner Typ BA integriert. Bei Ausführungen ohne integrierten Systemtrenner muss eine geeignete Sicherungseinrichtung bauseits vorgesehen sein.
Welche Sicherungseinrichtung im jeweiligen Objekt erforderlich ist, hängt von der Einbausituation, der Einstufung des Mediums, möglichen Zusätzen und den geltenden technischen Regeln ab. Die Auswahl und Installation müssen durch den Fachbetrieb erfolgen.
Die SERASTIL-Produktwelt ist für unterschiedliche Platzverhältnisse, Kartuschengrößen und Nachspeiseanforderungen ausgelegt. Die aktuellen Produktgruppen umfassen insbesondere SERASTIL NKS, SERASTIL C und SERASTIL S. Die Systeme sind je nach Baureihe als Ausführung mit bauseits zu stellendem Systemtrenner oder als ready-Ausführung mit integrierter Füllkombination erhältlich.
SERASTIL NKS ist die klassische Nachspeiselösung innerhalb der Produktfamilie. Die Baureihe ist in unterschiedlichen Kartuschengrößen erhältlich und eignet sich damit für verschiedene erwartete Nachspeisemengen. Die Ausführungen ohne den Zusatz ready werden an einen bereits vorhandenen, geeigneten Systemtrenner angeschlossen. Sie umfassen die Aufbereitungskartusche, einen Wasserzähler zur Erfassung der Ergänzungswassermenge und die erforderlichen Komponenten für einen kontrollierten Nachspeisevorgang.
Die Variante SERASTIL NKS ready ergänzt diese Baugruppe um eine Füllkombination. Dazu gehören je nach Ausführung unter anderem:
Die NKS-Baureihe ist als UNO, DUO und teilweise QUATTRO verfügbar. Dadurch lässt sich die Kartuschenkapazität an den erwarteten Wasserbedarf anpassen.
SERASTIL NKS ist besonders dann interessant, wenn eine klar strukturierte Einbaustrecke und eine flexible Auswahl der Kartuschengröße gewünscht werden.
SERASTIL C verfolgt eine kompaktere Bauform. Der Wasserzähler ist platzsparend im Aufbau angeordnet, wodurch die erforderliche Einbaulänge gegenüber einer klassischen linearen Anordnung reduziert werden kann.
Auch hier gilt:
Die Baureihe ist als UNO und DUO erhältlich.
SERASTIL C eignet sich für Einbausituationen, in denen wenig horizontale Rohrlänge zur Verfügung steht, die Nachspeisemenge aber weiterhin erfasst und die Kartusche gut zugänglich montiert werden soll.
Bei der Planung darf jedoch nicht nur die reine Einbaulänge betrachtet werden. Für Wartung und Kartuschentausch müssen unterhalb und im Umfeld der Einheit ausreichende Arbeitsräume vorhanden bleiben.
SERASTIL S ready ist als besonders kompakte und technisch überwachte Variante ausgelegt. Die Baugruppe verbindet die Aufbereitungskartusche mit Füllkombination, Systemtrenner und digitaler Überwachung. Die Produktlinie arbeitet mit einer digitalen Kapazitätskontrolle und einem Leitfähigkeitssensor. Dadurch kann die Beurteilung der Kartuschenerschöpfung stärker über Mess- und Überwachungswerte unterstützt werden. Die Serie ist als UNO und DUO erhältlich.
SERASTIL S ready ist vor allem für Einbausituationen interessant, in denen eine kurze Baulänge und eine digitale Kontrolle der Aufbereitung gewünscht werden.
Auch bei einer digitalen Anzeige gilt: Sie ersetzt nicht die regelmäßige Anlagenkontrolle. Druckverhältnisse, Wasserzählerstand, sichtbarer Zustand, Absperrungen, Ablauf und Systemtrenner müssen weiterhin in die Wartung einbezogen werden.
Die Bezeichnungen UNO, DUO und QUATTRO beziehen sich auf die Anzahl beziehungsweise Größe der verwendeten Kartuscheneinheiten.
UNO verwendet eine kleinere Einzelkartusche. Diese Variante ist für Objekte mit überschaubaren Ergänzungswassermengen vorgesehen.
DUO arbeitet mit einer größeren Doppelkartusche und bietet eine entsprechend höhere Aufbereitungskapazität.
QUATTRO kombiniert zwei Doppelkartuschen. Diese Lösung kommt infrage, wenn innerhalb der NKS-Baureihe eine höhere Kapazität benötigt wird.
Die größte Kartusche ist nicht automatisch die beste Lösung. Eine fachgerechte Auswahl orientiert sich an:
Die Kapazitätsangaben von Ionenaustauscherkartuschen beziehen sich auf definierte Prüf- oder Ausgangsbedingungen. Weicht die reale Rohwasserqualität davon ab, verändert sich auch die praktisch erreichbare Wassermenge.
Je höher die Ionenbelastung des Zulaufwassers ist, desto schneller wird die Kartusche erschöpft. Deshalb sollte die Kartuschengröße nicht allein nach dem Volumen der Heizungsanlage gewählt werden.
Eine gute Nachspeiseeinheit muss nicht nur im Neuzustand funktionieren. Sie muss auch Jahre später verständlich wartbar sein.
Der Wasserzähler macht sichtbar, wie viel Ergänzungswasser in die Anlage gelangt ist. Diese Information ist für die Bewertung der Heizungsanlage besonders wertvoll.
Steigt die Nachspeisemenge unerwartet an, kann dies auf ein Problem hinweisen, beispielsweise:
Der Wasserzähler ist daher nicht nur ein Zubehörteil. Er ist ein Diagnoseinstrument.
Bei den entsprechenden SERASTIL-Kartuschen zeigt ein Farbumschlag von Blau zu Braun den fortschreitenden Verbrauch beziehungsweise die Erschöpfung des Harzes an. Die visuelle Anzeige erleichtert die Wartung, sollte jedoch gemeinsam mit der tatsächlich durchgeflossenen Wassermenge und der gemessenen Leitfähigkeit bewertet werden.
Die Kartuschen verfügen über konstruktive Elemente, die den kontrollierten Betrieb unterstützen. Dazu gehören eine Keimbarriere sowie ein Schutzsieb gegen einen unerwünschten Harzaustrag. Diese Komponenten ergänzen den Systemaufbau. Sie ersetzen jedoch weder die korrekte Installation noch hygienisch einwandfreie Arbeitsweisen beim Kartuschentausch.
Bei den ready-Ausführungen ermöglicht der Druckminderer die Einstellung des vorgesehenen Anlagendrucks. Manometer zeigen die Druckverhältnisse auf der Eingangs- und Ausgangsseite. Das hilft nicht nur bei der Inbetriebnahme, sondern auch bei der Fehlersuche. Wird die Heizungsanlage nicht wie erwartet nachgespeist, können unter anderem ein zu niedriger Eingangsdruck, eine ungünstige Einstellung, eine geschlossene Armatur oder ein verschmutztes Bauteil die Ursache sein.
Eine manuelle Nachspeisung kann bei klar definierten, seltenen Servicearbeiten technisch möglich sein. Sie verlangt jedoch bei jedem Einsatz dieselbe Sorgfalt:
In der Praxis steigt mit jedem zusätzlichen Arbeitsschritt das Risiko, dass einzelne Punkte ausgelassen werden. Eine feste Nachspeiseeinheit schafft dagegen einen definierten Prozess. Aufbereitung, Systemtrennung, Druckregelung und Mengenerfassung sind dauerhaft am vorgesehenen Einbauort verfügbar.
Für regelmäßig überwachte Gebäudeheizungsanlagen ist die feste Nachspeiseeinheit deshalb häufig die prozesssicherere Lösung. Sie reduziert Improvisation und erleichtert wiederkehrende Wartungsarbeiten. Das bedeutet nicht, dass jede Anlage automatisch eine identische feste Einheit benötigt. Bei der Entscheidung sind unter anderem die Häufigkeit der Nachspeisung, die Betreiberorganisation, die Anlagengröße, der verfügbare Platz und die Wasserqualität zu berücksichtigen.
Wird unbehandeltes Trinkwasser nachgefüllt, gelangen Härtebildner und weitere gelöste Ionen in den Heizkreis. Wiederholte Nachspeisungen können die bei der Inbetriebnahme hergestellte Wasserqualität schrittweise verändern.
Eine höhere Leitfähigkeit ist nicht automatisch gleichbedeutend mit einem akuten Schaden. Sie verändert jedoch die elektrochemischen Bedingungen im System und muss zusammen mit Werkstoffen, pH-Wert, Sauerstoffeintrag und Anlagenzustand bewertet werden.
Eine Entsalzungskartusche allein schützt das Trinkwassernetz nicht vor Rückfließen oder Rückdrücken aus der Heizungsanlage. Ohne geeignete Sicherungseinrichtung besteht ein hygienisches und technisches Risiko.
Wird die nachgespeiste Menge nicht erfasst, können schleichende Wasserverluste über lange Zeit unentdeckt bleiben. Der Betreiber sieht nur, dass „gelegentlich etwas Wasser fehlt“, nicht aber, wie viel tatsächlich ergänzt wurde.
Eine erschöpfte Kartusche kann das Zulaufwasser nicht mehr in der vorgesehenen Qualität behandeln. Wird der Wechselzeitpunkt nicht erkannt, gelangt Wasser mit steigender Leitfähigkeit und entsprechend höherer Ionenbelastung in die Anlage.
Ohne Anlagenbuch, Zählerstände und Messwerte lässt sich später kaum nachvollziehen:
Gerade bei Störungen, Betreiberwechseln oder Gewährleistungsfragen entsteht dadurch ein erheblicher Informationsverlust.
Vor der Produktauswahl müssen mindestens Leitfähigkeit und Härte des verfügbaren Trinkwassers bekannt sein. Je nach Objekt können weitere Parameter und Herstelleranforderungen relevant sein.
Ohne Kenntnis des Eingangswassers lässt sich die erreichbare Kartuschenleistung nur grob abschätzen.
Bei einer Bestandsanlage liefern Wasserzählerstände, Wartungsprotokolle und Betreiberangaben wichtige Hinweise.
Ist keine Dokumentation vorhanden, sollte nicht einfach eine besonders große Kartusche gewählt werden. Häufige Nachspeisung kann auf einen technischen Mangel der Heizungsanlage hindeuten, der zuerst untersucht werden muss.
Das Anlagenvolumen allein bestimmt nicht die Kartuschengröße. Es hilft jedoch bei der Einordnung, welche Auswirkungen eine bestimmte Ergänzungswassermenge auf die Gesamtwasserqualität haben kann.
Zusätzlich relevant sind:
Ist bereits ein geeigneter und funktionsfähiger Systemtrenner vorhanden, kann eine SERASTIL-Ausführung ohne integrierte Füllkombination infrage kommen.
Ist kein passender Systemtrenner vorhanden oder soll eine vollständige, abgestimmte Baugruppe installiert werden, bietet sich eine ready-Ausführung an.
Ein vorhandenes Bauteil darf nicht allein aufgrund seiner äußeren Ähnlichkeit übernommen werden. Typ, Zulässigkeit, Einbaurichtung, Zustand, Ablauf und Prüfbarkeit müssen kontrolliert werden.
Zu erfassen sind nicht nur Rohrlänge und Einbauhöhe. Erforderlich sind auch:
Für einfachere Objekte kann eine visuelle Kartuschenanzeige in Verbindung mit Wasserzähler und regelmäßiger Messung ausreichen. Bei höheren Anforderungen an Bedienkomfort und Überwachung kann eine Ausführung mit digitaler Kapazitäts- und Leitfähigkeitskontrolle sinnvoll sein.
Vor der Montage sollte geklärt sein:
Vor Beginn sind Anlagenschema, Herstellerunterlagen, Druckhaltung, Wasserwerte und bisherige Wartungsprotokolle zu sichten. Bei Bestandsanlagen sollte geklärt werden, warum Ergänzungswasser benötigt wird. Eine Nachspeiseeinheit darf eine Undichtigkeit oder fehlerhafte Druckhaltung nicht verdecken.
Der Einbauort muss zugänglich, frostfrei und für Wartungsarbeiten geeignet sein. Die Kartusche muss ohne aufwendige Demontage anderer Bauteile gewechselt werden können. Bei einer Ausführung mit Systemtrenner ist außerdem ein fachgerechter Ablauf für das austretende Wasser vorzusehen.
Die Einheit wird entsprechend der vorgegebenen Fließrichtung montiert. Rohranschlüsse, Dichtungen und Absperrungen müssen spannungsfrei und zugänglich ausgeführt werden.
Bei einer ready-Ausführung wird die integrierte Füllkombination entsprechend den Herstellerangaben installiert. Bei einer Ausführung ohne Systemtrenner muss die bauseitige Sicherungseinrichtung vor der Aufbereitungseinheit vorhanden und für den Einsatz geeignet sein.
Der Ausgangsdruck wird auf den für die Heizungsanlage vorgesehenen Wert eingestellt. Dabei sind der statische Anlagendruck, die Gebäudehöhe, die Druckhaltung und die Herstellerangaben zu berücksichtigen.
Die Kartusche wird korrekt montiert und auf sicheren Sitz geprüft. Dichtflächen müssen sauber sein. Verschmutzte oder beschädigte Dichtungen sind auszutauschen.
Vor dem Eintrag in den Heizkreis kann abhängig vom Produkt und den Herstellerangaben eine kontrollierte Spülung beziehungsweise Inbetriebnahme der Kartusche erforderlich sein.
Die Leitfähigkeit des aufbereiteten Ergänzungswassers ist zu kontrollieren. Abhängig vom Wasserkonzept können auch Härte und weitere Parameter geprüft werden.
Die Nachspeisung erfolgt kontrolliert und nicht mit maximal möglichem Durchfluss. Druckanstieg, Wasserzähler und Anlagenverhalten sind zu beobachten.
Nach Erreichen des vorgesehenen Anlagendrucks wird der Nachspeisevorgang beendet. Die dafür vorgesehenen Armaturen werden in die definierte Betriebsstellung gebracht.
Eine automatische oder dauerhaft geöffnete Nachspeisung ist nur zulässig, wenn das gesamte Anlagen- und Sicherheitskonzept ausdrücklich dafür ausgelegt ist.
Mindestens zu erfassen sind:
Der Betreiber muss wissen, dass häufige Nachspeisung kein normaler Dauerzustand ist. Eigenmächtiges Öffnen der Füllarmatur darf nicht zum Ersatz für eine technische Störungsanalyse werden.

Die Menge ist einer der wichtigsten Betriebswerte. Sie zeigt, ob es sich um eine einzelne Wartungsnachspeisung oder um ein wiederkehrendes Anlagenproblem handelt.
Die Leitfähigkeit dient zur Bewertung der Ionenbelastung des aufbereiteten Wassers und kann Hinweise auf den Zustand der Kartusche geben.
Messwerte sollten temperaturkompensiert und mit einem geeigneten, kalibrierten Gerät erfasst werden.
Bei einer Vollentsalzung sollte der Härteeintrag entsprechend reduziert sein. Eine Härteprüfung kann die Funktionskontrolle ergänzen.
Der pH-Wert des Heizungswassers ist für die Korrosionsbewertung wichtig. Er darf jedoch nicht isoliert betrachtet werden.
Unmittelbar nach einer Befüllung oder Nachspeisung kann sich das System noch nicht im späteren chemischen Gleichgewicht befinden. Werkstoffe, Sauerstoff, Kohlendioxid, Temperatur und Betriebsdauer beeinflussen die Entwicklung.
Der Druck vor und nach der Nachspeisung hilft bei der Bewertung des Vorgangs. Wiederholt stark fallender Druck ist ein Anlass zur Fehlersuche.
Bei einem Systemtrenner Typ BA sind Wartung und Funktionskontrolle nach den geltenden Vorgaben und Herstellerangaben durchzuführen.
Mit geeigneter Differenzdruck-Messtechnik kann die Prüfung dokumentiert werden. Dafür bietet ORBEN unter anderem die Messbox DELTA-P an.
Eine Nachspeiseeinheit ersetzt keine Leckagesuche. Muss eine Anlage häufig nachgefüllt werden, sind Druckhaltung, Sicherheitsventile, Entlüftung und mögliche Undichtigkeiten zu prüfen.
Die tatsächliche Standzeit hängt von Wasserqualität und Durchflussmenge ab. Zeit, Zählerstand, Farbumschlag und Leitfähigkeitsmessung sollten gemeinsam bewertet werden.
Der Systemtrenner schützt die Trinkwasserinstallation. Er reduziert weder Härte noch Leitfähigkeit des Ergänzungswassers.
Auch der umgekehrte Fehler ist kritisch: Eine Kartusche ersetzt keine geeignete Sicherungseinrichtung.
Ohne regelmäßige Zählerstände geht der wichtigste Hinweis auf schleichende Wasserverluste verloren.
Eine dauerhaft offene Verbindung kann Wasserverluste verdecken. Bei einer Leckage wird kontinuierlich neues, sauerstoffhaltiges Wasser zugeführt.
Auch die Entwicklung des Heizungswassers im System muss im Rahmen von Inbetriebnahme und Wartung kontrolliert werden. Ein niedriger Leitwert am Kartuschenausgang beweist nicht automatisch, dass die gesamte Anlage in einem einwandfreien Zustand ist.
Eine Sicherungsarmatur muss prüf- und wartbar bleiben. Verkleidungen, zu enge Einbausituationen oder fehlende Ablaufmöglichkeiten erschweren die fachgerechte Instandhaltung.
Ein Anlagenbuch ist kein einmaliges Inbetriebnahmeformular. Nachspeisungen, Messungen, Kartuschenwechsel und Wartungsarbeiten müssen fortlaufend ergänzt werden.
SERASTIL-Kartuschen sind Teil des ORBEN-Mehrwegkonzeptes. Anstatt erschöpftes Ionenaustauscherharz grundsätzlich nach einmaliger Nutzung zu entsorgen, wird es gesammelt, geprüft und – sofern es für die Regeneration geeignet ist – in der ORBEN-Regenerierstation in Wiesbaden aufbereitet.
Der Prozess ist in den dreistufigen Vertriebsweg eingebunden:
Für den SHK-Betrieb verbindet das Mehrwegsystem technische Wartung mit organisierter Rückführung. Es reduziert die Abhängigkeit von Einwegkartuschen und macht den Kartuschentausch zu einem planbaren Serviceprozess.
Dabei ist wichtig: Nicht jedes gebrauchte Harz kann ungeprüft erneut eingesetzt werden. Die Eignung muss im Regenerationsprozess beurteilt werden.
SERASTIL ist richtig, wenn während des Betriebs kleinere oder planbare Mengen Ergänzungswasser aufbereitet und dokumentiert in eine Warmwasser-Heizungsanlage eingebracht werden sollen.
THERMOSTIL-Systeme werden eingesetzt, wenn eine Heizungsanlage neu befüllt, im Bestand aufbereitet, entsalzt oder im Bypass behandelt werden soll.
Ein THERMOSTIL-Mobilgerät ist keine fest installierte Nachspeiseeinheit. Es erfüllt eine andere Aufgabe und arbeitet mit deutlich größeren Kartuschen und Umwälzleistungen.
Bei größeren Anlagen mit dauerhaftem Bedarf an Bypassaufbereitung kann eine stationäre THERMOSTIL-Lösung sinnvoll sein. Auch hier ist zwischen Behandlung des vorhandenen Anlagenwassers und Zuführung von Ergänzungswasser zu unterscheiden.
Die ORBEN Messbox unterstützt die Kontrolle von Leitfähigkeit, pH-Wert, Härte und Temperatur. Die Messbox PRO erweitert den Prozess um digitale, menügeführte Messung und Protokollierung.
Die Messbox DELTA-P ist auf Druck- und Differenzdruckmessungen ausgelegt und kann die Funktionsprüfung von Systemtrennern Typ BA unterstützen.
Die passende Lösung entsteht daher häufig als System: SERASTIL für die Nachspeisung, Mess- und Prüftechnik für die Kontrolle und Anlagenbuch beziehungsweise Doku-Set für die Nachweisführung.
Ein SHK-Fachbetrieb betreut die Heizungsanlage eines Verwaltungsgebäudes. Die Anlage wurde bei der Inbetriebnahme mit aufbereitetem Wasser befüllt. In den vergangenen Wartungsperioden musste mehrfach Wasser ergänzt werden. Genaue Mengen wurden bislang nicht erfasst.
Vor der Installation einer Nachspeiseeinheit prüft der Fachbetrieb zunächst:
Dabei wird festgestellt, dass die Anlage zwar keinen akuten größeren Wasserverlust aufweist, nach Wartungsarbeiten und Entlüftung jedoch regelmäßig Ergänzungswasser benötigt.
Da kein geeigneter Systemtrenner vorhanden ist, wird eine SERASTIL-ready-Ausführung vorgesehen. Wegen des begrenzten Platzes wird eine kompakte Bauform gewählt. Die Kartuschengröße wird aus der Rohwasserqualität und der erwarteten jährlichen Ergänzungswassermenge abgeleitet.
Bei der Inbetriebnahme dokumentiert der Techniker:
Bei jeder späteren Wartung werden Zählerstand und Wasserwerte erneut erfasst. Bereits nach dem ersten Betriebsjahr ist dadurch klar erkennbar, wie viel Wasser tatsächlich ergänzt wurde.
Der Nutzen liegt nicht nur in der Wasseraufbereitung. Die Anlage besitzt nun einen definierten, messbaren und wiederholbaren Nachspeiseprozess.
Geeignet ist eine Einheit, die das Ergänzungswasser entsprechend dem geplanten Wasserkonzept aufbereitet, die Nachspeisemenge erfasst und die erforderliche Trinkwasserabsicherung berücksichtigt. Die SERASTIL-Baureihen verbinden diese Funktionen je nach Ausführung in unterschiedlichen Bauformen und Kartuschengrößen.
Sobald eine Verbindung zwischen Trinkwasserinstallation und Heizungsanlage hergestellt wird, muss der Trinkwasserschutz fachgerecht gelöst werden. Welche Sicherungseinrichtung erforderlich ist, hängt von Medium, Zusätzen, Einbausituation und geltenden technischen Regeln ab. Die Auswahl trifft der Fachbetrieb.
Nein. Die ready-Ausführungen verfügen über eine integrierte Füllkombination mit Systemtrenner. Andere Ausführungen sind für den Anschluss an einen bauseits vorhandenen, geeigneten Systemtrenner vorgesehen.
Nein. Der Systemtrenner dient dem Schutz der Trinkwasserinstallation. Eine Nachspeiseeinheit kann zusätzlich Kartusche, Wasserzähler, Druckminderer, Armaturen und weitere Funktionen enthalten.
Der Farbumschlag ist eine praktische Anzeige. Für einen belastbaren Wartungsprozess sollten zusätzlich die durchgeflossene Wassermenge und die Leitfähigkeit des aufbereiteten Wassers berücksichtigt werden.
Er macht die Ergänzungswassermenge nachvollziehbar. Ungewöhnlich hohe oder steigende Mengen können auf Undichtigkeiten, Druckhaltungsprobleme oder Bedienfehler hinweisen.
Eine dauerhaft offene Nachspeisung kann Wasserverluste verdecken und kontinuierlich frisches Wasser in die Anlage eintragen. Ob ein automatischer Betrieb zulässig und sinnvoll ist, muss aus dem Anlagen-, Druckhalte- und Sicherheitskonzept hervorgehen.
Der Wechsel richtet sich nach Kartuschenstatus, Farbumschlag, Leitfähigkeitswert, durchgeflossener Wassermenge und Eingangswasserqualität. Ein rein kalenderbasierter Wechsel ist nicht ausreichend.
Zu dokumentieren sind mindestens Datum, Zählerstand, Kartuschentyp, Zustand der ausgebauten Kartusche, Messwert des aufbereiteten Wassers sowie Name des ausführenden Technikers.
Nein. Häufiger Wasserverlust muss technisch untersucht werden. Die Nachspeiseeinheit stellt geeignetes Ergänzungswasser bereit, behebt aber nicht die Ursache des Wasserverlustes.
Eine Nachspeiseeinheit für die Heizung schafft einen definierten Weg für das Ergänzungswasser. Sie kann Wasseraufbereitung, Systemtrennung, Druckregelung, Mengenerfassung und Wartbarkeit in einer abgestimmten Baugruppe verbinden. Die SERASTIL-Serien bieten dafür verschiedene Lösungen: von klassischen NKS-Ausführungen über kompakte C-Modelle bis zu digital überwachten S-Varianten. Ausführungen mit dem Zusatz ready integrieren zusätzlich eine Füllkombination mit Systemtrenner Typ BA.
Der entscheidende Vorteil liegt jedoch nicht allein im Produkt. Erst das Zusammenspiel aus Rohwasserbewertung, passender Kartuschengröße, korrektem Einbau, kontrollierter Nachspeisung, regelmäßiger Messung und fortlaufender Dokumentation schützt die fachliche Qualität des Prozesses.
Für SHK-Fachbetriebe wird die Nachspeisung dadurch planbarer. Betreiber erhalten eine verständliche Lösung. Unkontrollierte Wasserverluste werden schneller sichtbar. Kartuschenwechsel lassen sich organisieren und die Heizwasserqualität bleibt über den Betrieb hinweg nachvollziehbar.
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Sie planen, sanieren oder betreuen eine Warmwasser-Heizungsanlage und möchten die Nachspeisung von Ergänzungswasser dauerhaft, VDI-2035-orientiert und dokumentierbar lösen?
ORBEN unterstützt SHK-Fachhandwerk, Fachgroßhandel, TGA-Fachplanung und Betreiber bei der Auswahl einer passenden SERASTIL-Nachspeiseeinheit. Gemeinsam lassen sich Rohwasserqualität, Nachspeisemenge, Einbausituation, Systemtrennung, Kartuschengröße, Messkonzept und Dokumentation fachlich einordnen.
Fragen Sie die passende SERASTIL-Ausführung für Ihr Heizungsprojekt an und schaffen Sie einen kontrollierbaren Nachspeiseprozess statt einer provisorischen Nachfülllösung.